Hilfe, die ankommt!


+++++ Aktuelles +++++


Hören, was geschieht. Sehen, was schon passiert ist.

Am Freitag, den 7. Juni 2019 findet um 19.30 ein Bildervortrag zu den Uganda-Reisen 2017 und 2019 im Pfarrsaal statt, Altes Pfarrhaus Drensteinfurt, Markt 15.

Vortragende: Werner Topp und Luise Richard

Termin gerne vormerken

 


Es geht in großen Schritten voran

 Moses Nyanda ist einer der Bauern, die im Uganda-Projekt der KLB im Bistum Münster und der Pfarrgemeinde St. Regina Drensteinfurt gefördert werden. Dank Bewässerung kann er jetzt in der Trockenzeit Gemüse anbauen. Eine Reportage vom Februar 2019.

Es ist noch Nacht und für afrikanische Verhältnisse angenehm frisch, als die kleine Besuchergruppe aus Westfalen auf dem ugandischen Flughafen Entebbe aus dem Flugzeug steigt. Doch die Kühle wird nicht lange halten. Es ist Trockenzeit und seit ca. drei Monaten hat es nicht geregnet. Staubige Straßen, trockene Luft und ständig hohe Temperaturen von tagsüber mehr als 30° C – ohne die Flasche Wasser als ständigen Begleiter geht es nicht.

Wie hat sich das gemeinsame Projekt der KLB im Bistum Münster und der Pfarrgemeinde St. Regina Drensteinfurt entwickelt? Bei unserem Besuch in Vvumba im Kalagala-Subcounty treffen wir auf Moses Nyanda, einen 58-jährigen Bauern, und Vincent Mugerwa, der als landwirtschaftlicher Berater der Caritas Luweero für die Gruppe zuständig ist. Moses erzählt uns von seinen Erfolgen z. B. mit der Bewässerung. Der Kleinbauer hat eine Familie mit sieben Kindern zu versorgen. Er bewirtschaftet 3 acre – 1 acre sind etwas mehr als 4000 m² –, das ist also nicht viel. Angebaut werden Auberginen, Mais, Bananen, Kartoffeln und Süßkartoffeln sowie Bohnen. Ein paar Rinder laufen zudem auf Grasland, das zu seinem Grund gehört. Doch der Gemüseanbau mit Fruchtfolge (Crop rotation) und Mischkulturen (Intercropping) ist das wichtigste Standbein, für die Eigenversorgung wie für den Verkauf der überschüssigen Ernte auf dem Markt.

Kampala ist nur ca. 25 Kilometer entfernt und dehnt sich immer weiter aus. Das bringt den Markt immer näher – was auf der einen Seite ein Vorteil ist. Das bringt auf der anderen Seite aber auch einen immer größeren Wettbewerb um Land mit sich. Land ist kapp und die Pacht- und Kaufpreise steigen. Wer in dieser Gegend 1 acre kaufen will, muss ca. 15 Mio. UGX zahlen, das sind umgerechnet 3.750 Euro. Eine Summe, die ein Kleinbauer kaum stemmen kann.

Als Pionier hat Moses vor drei bis vier Jahren mit der künstlichen Bewässerung seiner Felder begonnen. Dadurch kann er auch in der Trockenzeit Gemüse anbauen. Weil er mit guter Qualität dann auf dem Markt ist, wenn alle anderen nichts mehr anzubieten haben, umgeht er die niedrigen Preise während der Saison und kann das Dreifache des normalen Preises realisieren. Mittlerweile produzieren acht Mitglieder der Gruppe saisonal gegenläufig und vermarkten gemeinsam, was ebenfalls zu höheren und stabilen Preisen beiträgt.

Bei der Feldbegehung treffen wir die 60jährige Desty Kikaya, die für ihren kranken Mann und 6 Enkel in ihrem Haushalt sorgt. Im Projekt hat sie gelernt, wie man Bananen richtig anpflanzt, nämlich in einer tiefen Pflanzgrube, die möglichst lange Wasser hält. Sie hat sich zudem ein spzielles Podest gebaut, damit der Mais trocken und vor Schadnagern geschützt lagert. Außerhalb der Saison verkauft bringt er bis zum Sechsfachen des normalen Preises.

Ihre Nachbarin Deo Danta Musoke ist in die Schweinehaltung eingestiegen. Sie erzielt mit einer Kreuzung mit einheimischen Rassen eine beachtliche Leistung von 9 bis 11 Ferkeln pro Wurf; bis zu 3 Ferkel werden selbst gemästet, die anderen weiterverkauft.

Im gesamten Uganda-Projekt von KLB Münster und Pfarrgemeinde Drensteinfurt gibt es 30 Gruppen mit je etwa 25 Familien. Hier im Ort Vvumba geht es in diesem Jahr noch weiter: Auf dem Gelände der Pfarrei St. Kiziito, strategisch günstig direkt an der Straße nach Kampala, befindet sich ein Gebäude, von dem bislang nur die Außenmauern stehen. Die Caritas baut es in diesem Jahr fertig. So entsteht hier ein Supermarkt, eine kleine Bank und für die Bauern ein Marktplatz. Solche Marktflecken soll es bis 2022 in allen 18 Pfarrgemeinden der Diözese Luweero geben.

Im Kagooge Farmers Market, der Bestandteil des vom Westfälisch-Lippischen Bauernverband unterstützten Projektes ist, ist die vor zwei Jahren errichtete Markthalle bei unserem Besuch leer. Der Grund: Die Bauern, die zur besseren Vermarktung eine Kooperative gegründet haben, sind ausverkauft. Vor einigen Wochen noch lagerten hier die Säcke mit Mais; jetzt haben die Schulen, die Maismehl für die Zubereitung von Posho, einer Art Brot, benötigen, wieder mit dem Unterricht begonnen und alles aufgekauft. Wir erfahren, dass der Bau der Markthalle die Lagerung und damit die Qualität des Maises verbessert hat. Weil überdies eine Maismühle angeschafft wurde, kann nun die Wertschöpfung gesteigert und fertiges Maismehl vermarktet werden. Auch hier kann so ein Mehrfaches des normalen Preises erzielt werden.

Father Hilary Muheezangango, der als Caritas-Direktor die Gesamtverantwortung trägt, zeigt uns die Saat-Bank, die die Bauern mithilfe der Beratung angelegt haben. Dort werden die Samen von örtlichen Sorten Bohnen, Hirse, Erbsen, Mais usw. gesammelt, mit ihren Eigenschaften dokumentiert und für die Praxis archiviert. Gesehen hat der Caritas-Direktor so etwas in Westfalen auf einer landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt. Auch Regionen übergreifend ist die Caritas unterwegs und plant den Aufbau von verschiedenen Schulungszentren zur Ausbildung von jungen und bereits aktiven Bauern.

Wie wichtig und zielführend der Erfahrungsaustausch ist, zeigt sich nicht nur konkret vor Ort, sondern auch bei der Steuerung der Projekte bei der Caritas Kasanaensis Luweero. Bei einer hochrangig besetzten Konferenz am letzten Tag unseres Besuches wird deutlich, dass die Vernetzung das A und O der Zusammenarbeit ist. Das gilt für die verschiedenen Projekte in Uganda, die künftig unter dem Dach eines Programms zusammenlaufen sollen, genauso wie für die verschiedenen Initiativen hier in Deutschland. Damit Erfahrungen geteilt und damit vermehrt werden.

Es bleibt viel zu tun: Die Professionalisierung der Bauern und die damit verbundenen Ertragssteigerungen sind die zentrale Anliegen. Daneben geht es auch um die Landfrage. Die Caritas Luweero animiert die Kleinbauern, einfache Karten von ihren Dörfern anzulegen. Wer ist mein Nachbar? Wer lebt wo? Wie groß ist ungefähr mein Land? Das schult und sensibilisiert für den Wert der eigenen Scholle. Die Caritas-Berater kartieren mittlerweile per App und GPS. Das verhilft den Kleinbauern zu mehr Recht. Wer die Kleinbauern professionalisiert, kommt schneller und nachhaltiger zum Erfolg, ist Projektkoordinator Hermann Schuten (ILD) überzeugt. Denn in erster Linie sind sie es, die den Großteil der Nahrungsmittel erzeugen und so für Ernährungssicherheit sorgen.

 


 

15 250 Euro für Luweero

 

Schützenkönig Werner Topp freut sich zusammen mit seiner Schützenkönigin Gerda Berenbrock (li.) und Luise Richard über die großzügigen Spenden beim Walstedder Schützenfest 2018.


Foto: Simon Beckmann

 

 

 

 

 

Ein Bericht von Simon Beckmann

 

Einmal Schützenkönig von Walstedde sein: Davon hatte Werner Topp schon lange geträumt. In diesem Jahr hat er den Wunsch Wirklichkeit werden lassen. Ende Juni 2018 machte sich der Landwirt mit dem 533. Schuss zum Regenten des Lambertusdorfes und ließ sich gebührend feiern.

Neben dem rauschenden Fest hatte Topp sich für seine Regentschaft noch etwas ganz anderes einfallen lassen: Er wollte auf das Drensteinfurter „Luweero-Uganda-Projekt“ hinweisen und Spenden dafür sammeln – mit Erfolg.

Insgesamt wurden bislang 7625,20 Euro gespendet. Da der König die Summe nochmal verdoppelt, macht das stolze 15 250 Euro. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Geld zusammenkommt. Besser hätte es nicht laufen können“, freut sich Topp über die Spendenbereitschaft beim Schützenfest. „Das ist toll, dass sich bei so einer Aktion so viele Menschen davon begeistern lassen“, fügt er hinzu. Es habe nur positive Reaktionen gegeben.

 

[...]

 

Und die Aktion von Werner Topp läuft noch weiter. „Solange ich Regent bin, werde ich jede Spende an das ‚Luweero-Projekt‘ verdoppeln“, verspricht der Landwirt, der im März 2017 selbst Uganda besucht hat. Insgesamt hofft er auf mindestens 20 000 Euro.

Den kompletten Bericht, erschienen im Lokalteil Drensteinfurt der Westfälischen Nachrichten, lesen Sie hier.