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Austausch heißt "Voneinander lernen"

 

Im Rahmen ihres Partnerbesuches in Deutschland waren Mitte Oktober Father Hilary Muheezangango und Betty Namagala aus Uganda auch in Drensteinfurt zu Gast. Father Hilary ist Caritas-Direktor der Drensteinfurter Partnerdiözese Luweero, Betty Namagala ist Beraterin und Projektverantwortliche für das in Drensteinfurt und bei der KLB im Bistum Münster angedockte Entwicklungshilfeprojekt.

In Drensteinfurt standen Treffen mit Pastor Jörg Schlummer und Pater Johny Abraham Kochuparambil sowie Vertretern des Arbeitskreises Uganda auf dem Programm: Die Gäste berichteten über den Stand der Projekte, über Erfolge, aber auch Herausforderungen. So fokussiert sich die Caritas Kasanaensis Luweero nicht nur auf die Verbesserung von Vermarktung und Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sondern auch auf Bildung und Alphabetisierung, auf die Schonung von Energie (insbesondere von Holz) und - was immer wichtiger wird - auf Strategien, damit die Kleinbauern dem Klimawandel besser begegnen können und weniger anfällig für Naturkatastrophen werden. Dazu gehört auch, dass die Gruppen auf Ortebene ein gruppeninternes Spar- und Kreditwesen aufbauen und sich jeder Kleinbauer individuelle Ziele zur Entwicklung der eigenen Landwirtschaft setzt.

Revolving-Fond und Bildungsprogramm geplant

Father Hilary berichtete, dass die Caritas einen sog. Revolving-Fond plant, der den Kleinbauern der Projektgruppen ermöglichen soll, zur Überbrückung von Engpässen kurzfristig kleine Kredite zu erhalten und sich so von Zwischenhändlern unabhängiger zu machen. Auch ist ein Bildungsprogramm für ugandische und ghanaische Kleinbauern in Zusammenarbeit mit der Landvolkshochschule Freckenhorst geplant. Außerdem bildet die Caritas die Gruppenmitglieder in Sachen Recht weiter: Hier geht es vor allem um die Rechte von Frauen und Kindern sowie Landrechte.

Landwirtschaft vor Ort erleben

Auf unterschiedlichen westfälischen Höfen haben sich die ugandischen Gäste ein Bild von der hiesigen Landwirtschaft gemacht, so z. B. auf dem Betrieb von Sauenhalter Werner Topp aus Walstedde; er selbst war im Frühjahr mit in Uganda. Auch ein Besuch auf dem Milchviehbetrieb von Hermann Borgschulte, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins in Walstedde, bot reichlich Gesprächsstoff. In Münster sahen Father Hilary und Betty Namagala auf dem Hof von Milchbauer Leonhard Große Kintrup, wie sich die Wertschöpfung durch Verarbeitung in der hofeigenen Molkerei steigern und die Vermarktung selbst organisieren lässt. Im Sauerland ließ sich Betty Namagala von Biobauer Rudolf Mathweis, Eslohe, einfache, aber höchst effektive Geräte für Aussaat, Pflanzen, Unkrautjäten oder Mahd zeigen; in Uganda finden Saat, Pflege und Ernte zumeist komplett in Handarbeit statt.

Netzwerk soll Austausch befördern

In der Woche zuvor hatten die Besucher bereits an einer Uganda-Konferenz in Münster teilgenommen, bei der unterschiedliche, z. T. bereits in Afrika engagierte Firmen, Privatpersonen und Interessierte aus der Region und mit Nähe zur Landwirtschaft zusammengekommen waren, um Synergien zu nutzen und voneinander zu lernen. Der Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes könnte den Entwicklungshilfeprojekten vor Ort weiter Schub verleihen und auch eine Zusammenarbeit von Projektträgern in Uganda ermöglichen bzw. befördern.

Fotos: M. Wiesrecker (1), L. Richard, B. Namagala

 


Erleben, wie es wirklich ist

 

Die Entwicklung vor Ort sehen, eintauchen in die Lebenswirklichkeit von ugandischen Kleinbauern: Das hat in diesem Frühjahr eine Reisegruppe aus Westfalen, vom Niederrhein und aus dem Emsland gemacht. Sie informierte sich in der Diözese Kasana Luweero, 70 Kilometer nördlich von der ugandischen Hauptstadt Kampala, über zwei Entwicklungshilfeprojekte , die von Westfalens Landwirten seit einigen Jahren aktiv unterstützt werden. Mit dabei waren auch zwei Mitglieder aus dem AK Uganda in Drensteinfurt, die als besonderen Gruß ein Fotobuch aus Drensteinfurt und zudem einen Satz Fußballtrikots des Walstedder Fußballvereins für eine Schule im Gepäck hatten. Landwirte, Landfrauen und Landjugend in Drensteinfurt engagieren sich seit knapp zwei Jahren für das Projekt.

Die Projekte werden koordiniert vom Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst (ILD) in Bad Honnef. Projektpartner auf ugandischer Seite ist die Caritas Kasanaensis Luweero. Sie bildet und trainiert auf Dorfebene insgesamt 249 Gruppen mit jeweils bis zu 45 Bauern in nachhaltiger Landwirtschaft und Anpassung an den Klimawandel aus. Im Vordergrund steht die Ernährungssicherung der Familien. Zwei schlechte Ernten infolge großer Dürre haben die Selbsthilfegruppen besser gemeistert als andere.

Dass die Branchen-Unterstützung aus Deutschland Früchte trägt, konnte die Reisegruppe sehen: Eine neue Markt- und Lagerhalle am Markt in Kagooge kann in Kürze eröffnet werden. Die Direktvermarktung der Bauern unter Ausschaltung der Zwischenhändler gelingt.

Ulrich Oskamp, KLB-Referent im Bistum Münster, zog ein sehr positives Fazit: „Wir haben mit der Caritas Kasanaensis einen hochprofessionellen Partner, der die Menschen bis tief in die Dörfer hinein erreicht, sowie hochmotivierte Mitarbeiter. Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Hause, zu wissen, wo das Geld bleibt.“

 

Impressionen von der Uganda-Reise (Bilder: Luise Richard + Caritas Kasanaensis Luweero)

 


 

Unser Projekt

Das Projekt Luweero-Uganda hilft ca. 600 Bauernfamilien in 13 Dörfern, gemeinschaftliche Vermarktungsstrukturen für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse aufzubauen.

 

Hintergrund

Die naturräumlichen Voraussetzungen für die Landwirtschaft sind in Uganda sehr gut. Der Boden ist fruchtbar. Es ist genug Wasser vorhanden - allerdings an die Regenzeiten gekoppelt. Die verschieben sich  aufgrund des Klimawandels jedoch zunehmend.

Das ganze Jahr hindurch kann gesät und geerntet werden. Kaffee und Früchte wie Ananas, Bananen, Papaya, Mangos sind von hervorragender Qualität. Allerdings gibt es nur eine schlechte Infrastruktur und die Bauern haben kaum Marktzugang. Die Nachernteverluste können bis zu 40 und mehr Prozent betragen, d.h. gute Früchte verderben, weil sie nicht verkauft werden können und Konservierungsmethoden nicht bekannt oder verfügbar sind.

 

Die Projektarbeit des ILD fördert die Bildung von Selbsthilfegruppen auf Dorfebene.

Der Aufbau eines gruppeneigenen Spar- und Kreditwesens ermöglicht es den Bauern, Investitionen zu planen und Kleinkredite dafür zu erhalten.